open access journals

Kollaborative Liste rund um Kunst, Kunsttherapie und Psychologie

Eine Anzahl wissenschaftlicher Artikel auf dem Boden liegend

Asche auf mein Haupt. Meinen ersten wissenschaftlichen Artikel habe ich nicht Open Access (OA) publiziert und zudem noch bei Elsevier.  Das hatte den einfachen Grund, dass The Arts in Psychotherapy in der Kunsttherapie ein international bekanntes Journal ist und über einen Impact Factor verfügt. Im aktuellen Wissenschaftsbetrieb sowie im Rahmen meiner kumulativen Dissertation sind das relevante Kriterien.

Wie viele andere Wissenschaftler*innen, würde ich heute nicht mehr bei Elsevier veröffentlichen. Idealerweise würde ich zukünftig gerne ausschließlich frei zugänglich publizieren. Um herauszufinden, ob das in meinem Forschungsfeld überhaupt möglich ist, habe ich die letzten Wochen einige Rechercherarbeit betrieben und euch eine kollaborative Liste entsprechender Journals erstellt. Spoiler: Es gibt eine wachsende Zahl. Der aktuelle Stand ist jedoch alles andere als ideal.

kriterien

Bei der Recherche in meinem transdisziplinären Fachbereich, der irgendwo zwischen Kunst, Kunsttherapie und Psychologie anzusiedeln ist, wähle ich systematisch Journals aus, die folgende Kriterien erfüllen:

  1. Thematische Passung
    (Kunst, Kunsttherapie, Kunstpsychologie, Kunstpädagogik, Ästhetik, Psychologie o.ä.)
  2. Full open access oder zumindest hybrid
  3. Peer-review
  4. Internationalität/ englische Sprache
  5. Impact factor
  6. Keine Predatory Journals
  7. Kein Elsevier

luft nach oben

Eine der ersten Anlaufstellen ist das Directory of Open Access Journals (DOAJ), das mir Prof. Dr. Ina Blümel, meine Mentorin im Fellow-Programm Freies Wissen, hierzu empfiehlt. Die Suchmaschine ermöglicht eine gezielte Suche von Journals und Artikeln in unterschiedlichen Fachbereichen. Was den meinen anbelangt, sieht es da eher mau aus. Falls ihr Herausgeber*in oder Editor*in einer Zeitschrift seid, könnt ihr eine Aufnahme dieser in die Datenbank beantragen und werdet leichter gefunden.

Weitergehend durchsuche ich die Webseiten von Wissenschaftsverlagen. Leider sind die meisten sehr unübersichtlich aufgebaut. Um an Informationen zu gelangen, suche ich lange und auch nachdem ich mich durch einen Dschungel an Links geschlagen habe, sind bei einigen keine konkreten Angaben zu finden. Mehr Transparenz und Benutzer*innenfreundlichkeit wäre wünschenwert.

Während meiner Recherche lese ich zudem, dass leider auch die American Psychological Association, die einflussreichste internationale psychologische Gesellschaft, OA aktuell nur bedingt unterstützt. Auch hier gibt es Entwicklungspotential.

Dann wäre da noch das Dilemma OA vs. Impact Factor. Auch wenn das Konzept des Impact Factors durchaus streitbar ist, ist er im aktuellen Wissenschaftsbetrieb (noch) ein relevantes Kriterium. Falls ein Impact Factor für euch nicht relevant sein sollte, werdet ihr in unserem Bereich auf jeden Fall fündig. Leider gibt es aber bislang nur wenige Journals, die beide Kriterien erfüllen.

Kurzum: Es gibt Luft nach oben. Der aktuelle Stand ist nicht ideal, aber ein Anfang.


journal liste

Eine Auflistung der Journals, auf die ich bisher gestoßen bin, findet ihr in diesem kollaborativen Ethercalc Web Spreadsheet, das ihr euch auch herunterladen könnt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne könnt ihr sie um weitere Journals, die die o.g. Kriterien erfüllen, ergänzen und euren Erfahrungen mit den genannten hinzufügen. Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen.

  2 comments for “open access journals

  1. friederike
    15/12/2018 at 09:19

    DANKE!

    Als „ganz normale“ KT, ohne Zugang zu wissenschaftlichen Journals/ Studien / Veröffentlichungen freue ich mich sehr, dass du da Mal gebuddelt hast.
    Momentan ist nur gerade die falsche Jahreszeit, um deine Liste zu genießen.

    • kunsthochzwei
      17/12/2018 at 09:31

      Danke dir, Friederike!

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